Keep in touch 3.0

Vielen Dank an Pietro Malinowski für die schönen Fotos!

„Keep in touch“ ist ein Projekt dreier Absolventinnen der Klasse Fine Arts der renommierten Gerrit-Rietveld Akademie aus Amsterdam, das in direkter Nachfolge zu den beiden Rietveld-Gelsenkirchen-Residenz-Projekten von 2014 und 2015 steht. Die Künstlerinnen Suzanne Bernhardt, Didi Lehnhausen und Johanna Arco waren bei beiden Residenzen beteiligt und sind aktuell künstlerisch auf der Suche nach der Verbindung von Web 3.0 und den Künsten. Dabei arbeitet Suzanne Bernhard schwerpunktmäßig als Konzeptkünstlerin auf der Basis von sozialen Interaktionen und Kommunikationsmodellen sowohl in traditionellen Gruppenbildungsprozessen als auch mit interaktiven, digitalen Installationen. Didi Lehnhausen arbeitet hauptsächlich mit unterschiedlichen digitalen wie auch analogen Techniken im Bereich der Fotografie und des Films. Johanna Arco untersucht physische Differenzen zwischen Mensch und Objekt über eine performative und materialbezogene Herangehensweise.

„Keep in touch“ beleuchtet Diversität und digitale Kultur auf verschiedene Arten - in der Unterwanderung digitaler Produktionsmethoden, in der gemeinsamen Arbeit mit verschiedenen Gruppen, die selbst zu Kunstwerken werden, und im Versuch, den mentalen Zustand einer Stadt und dessen Bewohner zu materialisieren.

Verstärkt durch das gemeinsame Zusammenleben in einer WG in der Künstlersiedlung Halfmannshof in Gelsenkirchen folgen sie kollektiv dem Leitmotiv des Web 3.0, das für sie für die Konnektivität von Informationspunkten – und damit letztlich den Menschen – steht. Dabei unterstützt sie der in der Künstlersiedlung lebende Künstler Julian Rybarski bei der Kommunikation zu Partnern in Gelsenkirchen. Zum Abschluss entsteht eine dreiteilige Ausstellung, die auf dem Halfmannshof am 19. Februar um 12.00 Uhr präsentiert wird.

 

Projektvorhaben 

Suzanne Bernhardt
Suzanne Bernhardt stellt die Frage danach, was Menschen dazu bringt, sich zu Gruppen zusammenzufügen, also etwas Gemeinsames zu verfolgen. Viele solcher Gruppen machen eine Stadt aus, ihre Aktionen, Ziele und auch ihre Individualitäten formen die Stadt. Einzelne werden zu Gruppen, Gruppen gehören wieder zu größeren Gruppen, und alle zusammen sind etwas Lebendiges, erst sie machen eine Stadt aus. 
Suzanne Bernhardt erarbeitet mit verschiedenen Gruppen symbolische Aktionen, die sie fotografiert, bearbeitet und als Dokument gegenseitiger Existenz als Geschenk zurückgibt - als Tapete, Wandbehang, Memento.
 
Didi Lehnhausen
Didi Lehnhausen erforscht auf der Bochumer Straße im Kreativ.Quartier Ückendorf, wie sie die Menschen und ihre Abbilder technisch einfangen, bearbeiten und wiedergeben kann. Dazu macht sie Fotografien der Bewohner_Innen der Straße, die sie bereits bei einem vorherigen Projekt kennenlernen konnte, und wird den Versuch unternehmen, sowohl die Essenz der einzelnen Menschen als auch ihr Verhältnis zu ihrer Umgebung und ihrem Milieu abzubilden. In einem nächsten Schritt unterläuft sie durch technische Manipulation und bewusst minderwertige Materialien den perfektionistischen Anspruch digitaler Bearbeitung, und die Ergebnisse sind fotografische Malereien, die sowohl Menschen als auch ihr Quartier porträtieren. 
 

Johanna Arco
Johanna Arco (*1991, Österreich) studierte an der Gerrit Rietveld Academie und ist zurzeit Teilnehmerin am MFA Programm des Sandberg Institutes in Amsterdam. Die zentrale Fragestellung ihrer Arbeit behandelt zurzeit die physischen Unterschiede zwischen Mensch und Objekt. Die zunehmende Entsensualisierung und Entkörperung der Gesellschaft verändert die Erfahrung des "Selbst" und somit auch die Einstellung zur Umwelt. Die performative und materialbezogene Herangehensweise belebt ihre Skulpturen und transformieren sie zu einem reaktionsfähigen Gegenüber.
Die fortlaufende digitale Revolution verschiebt einen Teil unseres Daseins in die Welt der Nullen und Einser. In solch einer Welt werden ein besonders aktives Gehirn und dazu eine rege Vorstellungkraft vorausgesetzt. Bekanntlich haben mentale Prozesse eine messbare Auswirkung auf unseren Körper, und doch werden diese physischen Konsequenzen gerne übersehen.
In diesem Sinne versucht das für "Keep in touch" geplante Projekt, die mentalen Ereignisse der Stadt Gelsenkirchen und deren Bewohner zu externalisieren, indem diesen ein physischer Körper in Form von Objekten gegeben wird. Die haptische Präsenz der Objekte ermöglicht es, den mentalen Zustand Gelsenkirchens auch körperlich zu erfahren. Das Sammeln und Dokumentieren von gefundenen Materialien, geführten Konversationen und gefertigten Skizzen spielen eine zentrale Rolle in der Umwandlung von immaterieller Information zu aufschlussreichen Objekten.

 

Suzanne Bernhardt: https://www.youtube.com/watch?v=QNphYdaRIJA

Didi Lehnhausen: http://www.didilehnhausen.com

Johanna Arco: http://www.johannaarco.com

 

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